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Sonderausstellung "Das Ende des 2. Weltkrieges in Dommitzsch"
Der Dommitzscher Geschichtsverein e.V. nahm den Internationalen Museumstag am 16. Mai 2010 zum Anlass, mit einer Sonderaustellung im Museum an die Ereignisse in Dommitzsch vor 65 Jahren zu erinnern. Mittels Schautafeln und Karten wurde versucht, die Zeit um das Ende des 2. Weltkrieges anschaulich darzustellen. Viele Fotos aus dem Archiv des Stadtmuseums und zur Verfügung gestellte Privataufnahmen dokumentieren die Zeit. Das Kernstück der Ausstellung ist die Vergrößerung einer Luftbildaufnahme der US Airforce, die die Situation in Dommitzsch am 25.04.1945 zeigt. In ihr sind u.a. die Standorte der seinerzeit errichteten Panzersperren und Verteidigungsstellungen, die Lage der Luftschutzbunker, des Reichsarbeitsdienstlagers (RAD - Lager) auf dem Osterberg, des Gemeinschaftslagers der WASAG mit angeschlossenem Barackenlager und Ostarbeiterkrankenhaus am Weidenhainer Weg und des Barackenlagers am Ortsausgang nach Torgau (bei Erlach) markiert. Ergänzt wird die Darstellung durch am Rand angebrachte Fotos und Erläuterungen.
Eine allgemeinen Orientierung über die Kriegsereignisse im April/Mai 1945 in Mitteldeutschland liefert eine 2008 für das Museum käuflich erworbene Karte "Kriegshandlungen und Besetzung 1945" im Massstab 1 : 400.000. Auf einer weiteren Karte sind die Fluchtwege der Dommitzscher Zivilbevölkerung dargestellt, die am 24.04.1945 die Stadt verlassen mussten.
Der zeitliche Ablauf der Ereignisse in Dommitzsch von Mitte April 1945 bis zum 10. Juni 1945 ist auf mehreren Tafeln dokumentiert. Nicht anschaulich wieder gegeben werden kann das Leid und das Schicksal, welches die einzelnen Familien während der Kriegs- und Nachkriegszeit erleiden mussten, sei es durch den Verlust von Familienangehörigen, durch Flucht und Vertreibung oder die allgemeine Versorgungssituation.
Eingesehen werden kann auch die Liste der Kriegsopfer (Gefallene und Vermisste) 1939 bis 1945 sowie die Liste der Dommitzscher Bürger, die im Mai 1945 durch die Rote Armee verschleppt worden sind.
Neben o.g. Namenslisten sind auch Feldpostbriefe, Namenlisten und diverse Unterlagen zu Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern, die in verschiedenen Dommitzscher Berieben eingesetzt waren, zu sehen.
Entsprechend dem Untertitel "Das Museum öffnet seine Archive" wurden die Chronik der Stadt Dommitzsch von Hermann Förster und Auszüge aus der Dommitzscher Chronik 1945 - 1969 von Dr. Rieger, aus den zeitnah entstandenen Schulchroniken von Dommitzsch, Proschwitz und Wörblitz mit Schwerpunkt Zeitraum 1939 bis 1945 zur Einsichtnahme ausgelegt.
Kennkarte, Arbeitsbücher, auch von Fremdarbeitern, Lebensmittel- und Kleiderkarten, Alliiertengeld und diverse Haushaltsgegenstände, z.T. aus militärischen Ausrüstungsgegenständen hergestellt, an die sich viele Besucher noch erinnern konnten, komplettieren die Ausstellung.
Mit einer Besucherzahl von ca. 70 Personen wurde in etwa den Erwartungen des Geschichtsvereins entsprochen.
Wir möchten an dieser Stelle nicht versäumen, den Dommitzscher Bürgern zu danken, die mit Fotos und Leihgaben aus der Kriegszeit, wie Militär- und Volksgasmaske, Stabbrandbombe, Militärtaschenlampe, Stahlhelm und Geschosshülsen, die Ausstellung unterstützten.
Die mit erheblichem Aufwand erstellte Ausstellung wird bis zum letzten Juni-Wochenende 2010 verlängert, um auch den Bürgern den Besuch zu ermöglichen, die zum Internationalen Museumstag aus diversen Gründen verhindert waren.
Ein besonderer Dank gilt den Personen, die die Ausstellung vorbereiteten und denjenigen, die sich am Eröffnungstag als Betreuer und Ansprechpartner zur Verfügung stellten.
i.A. des Dommitzscher Geschichtsvereins e.V. G. Zöllner 1. Vorsitzender
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