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Das Heimatmuseum Dommitzsch
Torgauer Straße 39 * 04880 Dommitzsch Öffnungszeiten Museum: Montag bis Freitag von 10.00 - 14.00 Uhr; Besuche außerhalb der angegebenen Öffnungszeiten bitte nach telefonischer Absprache unter (03 42 23) 4390 oder 43924 Eintritt: Erwachsene pro Person: 1,00 € Schüler / Studenten: 0,50 €
Das Heimatmuseum der Stadt Dommitzsch wurde in Fortsetzung der Tradition des ersten Museums des Jahres 1929 in den Jahren 1980 bis 1985 im Haus der ehemaligen Mohrenapotheke in der Torgauer Straße wieder aufgebaut. In den Jahren 1997 bis 1999 erfolgte eine umfangreiche Überarbeitung und Neugestaltung der Inhalte der Ausstellungen. Das Haus selbst, wahrscheinlich 1716 im Fachwerkstil errichtet, gilt als eines der ältesten der Stadt Dommitzsch und steht unter Denkmalschutz. Heute ist es nicht nur Museum, sondern auch Tagungs- und Arbeitsstätte des "Dommitzscher Geschichtsverein", dem auch die inhaltliche Betreuung des Museums obliegt. Gegenwärtig wird in 13 Räumen mit insgesamt 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche mittels historischer und rekonstruierter Exponate, Fotos, Grafiken und Anschauungstafeln in selbsterläuternder Form die Stadtgeschichte veranschaulicht, die ortsspezifische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Struktur und Entwicklung der Stadt Dommitzsch dargestellt. Grundlage dafür waren ausgewählte Dokumente und Archivalien sowie Chroniken der Stadtgeschichte.
Räume 1 bis 3: Stadtgeschichte Als Bestätigung frühester Besiedlung unseres Raumes gelten Urnenfunde (1100 v.u.Z.) aus der Zeit der Lausitzer Urnenfelderkultur. Daneben gibt es Zeugnisse slawischer Siedlungen mit ihren Burganlagen. Die frühe deutsche Besiedlung mit dem Entstehen der Stadt, belegt durch zahlreiche Reproduktionen alter Urkunden, ist dominieren-der Teil der Ausstellungen. Reproduktionen und Berichte künden von den verheerenden Zerstörungen in den Hussi-tenkriegen und im Dreißigjährigen Krieg, aber auch vom Werden und Wachsen der Stadt. Als bedeutsam in der Geschichte der Stadt gelten auch die Befreiungskriege 1813, die Zeit bis zum 1. Weltkrieg, die Zeit der Weimarer Republik,des 2.Weltkrieges und die Nachkriegsentwicklung bis zum Jahr 1989. Haushalts- und Gebrauchsgegenstände verschiedener Epochen vermitteln einen Einblick in die Lebensweise der Bürger unserer Stadt.
An einem im Maßstab 1:400 von Schülern und Hei-matfreunden angefertigten Relief der Stadt Dom-mitzsch können anschaulich die Etappen des Wachsens der Stadt bis etwa 1995 nachvollzogen werden.
Räume 4 bis 7: Tiere und Pflanzen unserer Heimat Angler, Imker und Jäger aus Dommitzsch und Umgebung gestalteten die Räume mit dem Ziel, einen Einblick in die einstmals ergiebige Eibfischerei zu geben, auf Größe und Schönheiten des nahegelegenen Zadlitzbruchs zu verweisen und auf die Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt unseres Territoriums hinzuweisen. Besonders herausgestellt wird dabei der Elbebiber in seinem nachgebildeten Habitat. Dazu gehören auch Biberbaumfraßstümpfe sowie das Modell einer Biberburg. Die verschiedenen Vogelpräparate künden von der Vielfalt der noch vorhandenen Vogelwelt, aber auch von der Existenz seltener Arten wie dem Eisvogel, dem Schwarzstorch, dem Fasan und dem schon sehr seltenen Rebhuhn. Angeln und Netze, Modelle von Fallen, Bienenkörbe und Honigschleuder sowie Imkerzubehör geben einen Einblick in frühere Fang- und Arbeitsweisen.
Die Geschichte des Stadtforstes Labaun mit seinen charakteristischen Baumarten und seiner forstwirtschaftlichen Bedeutung für die Stadt Dommitzsch, grafische Darstellungen und Lagepläne von der ehemaligen Torf- und Braunkohlenförderung in den Jahren l868 bis 1881 sowie den stillgelegten Tonschächten bilden den Abschluss.
Räume 8 und 9: Freiwillige Feuerwehr von Dommitzsch 1993 feierte die Freiwillige Feuerwehr in Dommitzsch ihr 100-jähriges Bestehen. Eine Feuerwehrchronik weist jedoch schon für 1827 das Bestehen einer "Pflichtfeuerwehr" für Dommitzsch nach. Schon 1740 ordnete Friedrich August II. als Landesfürst an, "Feuerinstrumente, Handspritzen, Schläuche, Eimer und Schürgerät" zu beschaffen. Eine Kastenspritze von 1776, Feuerlöschgeräte verschieden-ster Epochen, Lebensrettungsgerät, eineMotorspritzejüngster Vergangenheit und vieles mehr widerspiegeln den Entwick-lungsprozess der Brandbekämpfung in Dommitzsch.
Räume 10 und 11: Handwerk und Industrie in Dommitzsch Als traditionelles Handwerk galt in Dommitzsch die Töpferei. Darauf weisen die Original-Töpferscheibe und die umfangreiche Palette von Braungeschirr, Vasen und Gärtnereibedarfsartikeln hin. Im weiteren zeugen die ausgestellten Exponate vom Wirken Dommitzscher Handwerker wie Schuhmacher, Schlosser, Böttger und Dachdecker hin, zeigen die Produktionsprofile und Modelle ehe-maliger Dommitzscher Betriebe wie Tonwerke und Margarinefabrik.
Räume 12 und 13: Landwirtschaft, LPG und Molkerei Der Besucher wird informiert über die traditionelle Form der landwirtschaftlichen Produktion, so wie sie seit Jahrhunderten in unserem Territorium betrieben wurde, über die Genossenschaft der Hüfner sowie über die Struktur und Arbeitsweisen der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften einschließlich ehemaliger Molkereien. Altes bäuerliches Handgerät, Dreschflegel, Düngermulde, Flachsbreche, Trageholz, Zentrifuge und anderes lassen die schwere Arbeit der Landbevölkerung und der Bauern erkennen.
Freigelände: Landwirtschaftliche Geräte Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern werden auf dem Hof des Museums land-wirtschaftliche Geräte und Maschinen aus-gestellt, die zum Teil aus einem ehemaligen Landmaschinenbaubetrieb in Dommitzsch stammen. So findet der Besucher Bodenbearbeitungs-geräte, Kartoffelloch- und -rodemaschinen, eine Drillmaschine, Getreideerntemaschinen und verschiedene Heuerntegeräte.
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